Geistesgrößen und ihr Bezug zum Göttlichen - Benjamin Franklin

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Benjamin Franklin
Geboren am 17. Januar 1706 in Boston, USA
Gestorben am 17. April 1790 in Philadelphia, USA

Benjamin Franklin war einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung, Diplomat und Politiker, Gründer der ersten Leihbibliothek Amerikas, Erfinder des Blitzableiters, selbstständiger Drucker und er verfasste zeitlebens Schriften zu diversen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen.

Franklin stammte aus einer kinderreichen Familie und er musste schon im Alter von zehn Jahren die Schule verlassen und zum Unterhalt der Familie beitragen. Doch von einem unstillbaren Bildungshunger angetrieben, eignete er sich im Selbststudium ein umfangreiches Wissen an und beeinflusste später das Gemeinwesen nachhaltig. Sehr großen Wert legte Franklin aber auch auf die moralische Vervollkommnung. Und so entwickelte er sich aus eigener Kraft und Disziplin zu einem wahren Multitalent.

„Ich wünschte leben zu können, ohne irgendeinen Fehler zu irgendeiner Zeit zu begehen; ich wünschte alles zu überwinden, wozu entweder natürliche Neigung, Gewohnheit oder Gesellschaft mich veranlassen könnten.“

So stellte sich Benjamin Franklin in seinem zwanzigsten Lebensjahr einen Plan auf, wobei er unter 13 Tugenden alles zusammenfasste, was ihm zu jener Zeit notwendig oder wünschenswert erschien. Um seine Aufmerksamkeit zu fokussieren, konzentrierte er sich jede Woche auf die Ausübung nur einer Tugend. Die Fehltritte des Tages notierte er sich jeden Abend säuberlich in einem Kalender, mit dem Ziel, am Ende der Woche die gewohnheitsmäßige Ausübung dieser Tugend gestärkt zu haben. Dann ging er zur nächsten Tugend über. Auf diese Weise kam er innerhalb von dreizehn Wochen seiner Vorstellung von moralischer Perfektion näher. Diesen „Kurs“, wie er es nannte, wiederholte Franklin mehrere Male hintereinander und später nur noch einmal im Jahr, bis an sein Lebensende.

Die Namen der Tugenden samt ihren Vorschriften schrieb Franklin wie folgt nieder:

  1. Mäßigkeit – Iss nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung!
  2. Schweigen – Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung!
  3. Ordnung – Lass jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben!
  4. Entschlossenheit – Nimm dir vor, durchzuführen, was du musst; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst!
  5. Sparsamkeit – Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; das heißt vergeude nichts!
  6. Fleiß – Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit!
  7. Aufrichtigkeit – Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich danach!
  8. Gerechtigkeit – Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterlässt, die deine Pflicht sind!
  9. Mäßigung – Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen!
  10. Reinlichkeit – Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung!
  11. Gemütsruhe – Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle!
  12. Keuschheit – Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes!
  13. Demut – Ahme Jesus und Sokrates nach!

„Was hilft es, bessere Zeiten zu wünschen und zu hoffen? Ändert euch nur selbst, so ändern sich auch die Zeiten. Ohne Mühe geht nichts.“

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